FWG steht zu sozialem Wohnungsbau

18.11.2015

Im Juli 2015 fasste der Marktgemeinderat Goldbach einstimmig den Beschluss auf dem gemeindeeigenen Grundstück gegenüber des BRK-Seniorenheims die Voraussetzungen für den Bau von Sozialwohnungen zu schaffen. Demnach bringt die Marktgemeinde ihr Grundstück in eine Gesellschaft ein und diese Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises (WLA) baut und verwaltet Wohnungen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus. Dafür erhält die Marktgemeinde Anteile an dieser Gesellschaft und hat zudem ein Mitspracherecht bei der Vergabe.

Bezahlbare Wohnungen sind in Goldbach mittlerweile Mangelware. Immer mehr Menschen müssen wegziehen, da sie sich die hohen Mieten verglichen mit ihrem Einkommen nicht mehr leisten können. Den immensen Bedarf an Sozialwohnungen stellte unlängst auch die bayerische Staatsregierung fest und legte ein Förderprogramm für den Bau von Sozialwohnungen auf.

Im September 2015 stellte die Fraktion der CSU Goldbach einen Antrag, das Grundstück für betreutes Wohnen für Senioren zu verwenden und hierfür einen Investor zu suchen oder ggf. zu prüfen, ob dies auch in Eigenregie erfolgen könnte. Die besondere Lage gegenüber des BRK-Seniorenheims und die dementsprechenden Synergieeffekte wurden dabei besonders hervorgehoben.

Diese Idee hat sicherlich ihren Charme und einige Dienstleistungen des BRK-Heims könnten bei dieser Form der Nutzung in Anspruch genommen werden. Trotzdem lehnten wir als FWG den Antrag geschlossen u. a. aus folgenden Gründen ab:

Bestehen für ein und dasselbe Grundstück zwei Verwendungen, muss man abwägen, welche dieser beiden die Dringlichere ist. Für uns steht das ohne Zweifel fest. Auch – aber nicht nur – aufgrund der Flüchtlingssituation wird bezahlbarer Wohnraum in Deutschland immer knapper und jede Kommune sollte der Schaffung von Sozialwohnungen oberste Priorität einräumen. Dies schließt nicht aus, dass ebenfalls sozial bedürftige Senioren eine Wohnung in diesem Haus beanspruchen könnten. Eine Kommune sollte sich unserer Meinung nach primär um sozial Schwache – egal welchen Alters – kümmern.

Betreutes Wohnen ist für eine Vielzahl der Senioren in Deutschland keine bezahlbare Wohnform, denn Dienstleistungen, die man dort anbietet, müssen teuer hinzugekauft werden. Kann es sich ein Rentner oder ein Rentnerpaar leisten, in einer solchen Einrichtung seinen/ihren Lebensabend zu verbringen, möchte er oder sie zumeist auch zentral angesiedelt sein, um direkt am Puls der Zeit zu sein und am Leben teilhaben zu können. Eine direkte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und/oder die Lage mitten im Ort sind hierbei unverzichtbar. Dies bietet die Lage des diskutierten Grundstücks leider nicht. In naher und mittlerer Zukunft ergeben sich in Goldbach mit großer Wahrscheinlichkeit Gelegenheiten, im Herzen der Marktgemeinde einer solchen Idee nachzugehen. Ein Vorhaben dieser Art ist für einen potenziellen Investor finanziell zudem sicherlich attraktiver, als der Bau von Sozialwohnungen, weshalb wir uns berufen sehen, zunächst auf diesem Sektor aktiv zu werden.

Sandra Rußmann
Fraktionssprecherin FWG Goldbach