25. Jahreshauptversammlung 2014

04.04.2014

Interessanter Rückblick auf ein spannendes 2013 und den vergangenen Wahlkampf am 04.04.2014 bei unserer diesjährige Jahreshauptversammlung im Landgasthof Adler mit anschließend geselligem Ausklang.

Anwesend: 43 Mitglieder
Mitgliederstand per 31.12.2013: 202

Mit den Worten "Herzlich Willkommen zu unserer 25. Jahreshauptversammlung", begrüßte der 1. Vorsitzender Martin Giegerich die erschienen Mitglieder und stellte gleichzeitig ordnungsgemäße Ladung und Beschlussfähigkeit fest.

Ein besonderer Gruß rief er unserem Gründungsmitglied Alo Hepp sowie den beiden Ehrenvorsitzenden Erwin Albert und Hinrich Hofer, den Ehrenmitgliedern Hans Bahmer und Waldemar Weidner, unserem 1. Bürgermeister Thomas Krimm sowie den Gemeinderätinnen und -räten zu. In blumigen Worten brachte er seine Zufriedenheit über das zahlreiche Erscheinen zum Ausdruck. Gleichzeitig ließ er sich nachstehende Tagesordnung von der Mitgliederversammlung genehmigen:

 1. Begrüßung, Totengedenken
 2. Genehmigung der Tagesordnung
 3. Tätigkeitsbericht des 1. Vorsitzenden
 4. Bericht des 1. Bürgermeisters
 5. Kassenbericht
 6. Bericht der Revisoren
 7. Aussprache
 8. Entlastung
 9. Satzungsneufassung 
10. Verschiedenes, Wünsche und Anträge
11. Schlusswort

Bevor man in das Prozedere einstieg, gedachte man den Verstorbenen des vergangen Jahres.

Die 2. Vorsitzende Sandra Rußmann übernahm nun das Wort. Per „Powerpoint“ wurde Jedermann/frau die lebendigen Vereinsaktivitäten vom abgelaufenen Jahr nochmals vor Augen geführt. Passend zu den Fotos ließ man das Jahr 2013 nochmals Revue passieren.

Anschließend übernahm 1. Bürgermeister Thomas Krimm das Wort. Alle warteten nun gespannt auf seine Ausführungen zum nicht befriedigten Wahlausgang bei der vor knapp 14 Tagen erfolgten Kommunalwahl. (Nachstehend seine Rede). 

>> Liebe FWGler, wir hatten einen guten und vor allem fairen Wahlkampf. Das Kandidatenteam war größtenteils äußerst motiviert und engagiert. Die Flyer und Infos waren erstklassige politische Informationen, die Aufmachung professionell. Dafür erst einmal allen Beteiligten meinen herzlichen Dank.

Der 16. März brachte aber leider nicht ganz die erhofften Ergebnisse und ich habe mir einige Tage Zeit genommen, bis ich meine Erklärung zur Annahme der Wahl abgegeben habe. Man kann nämlich auch die Rechnung aufmachen: 3.195 Stimmen von 8.016 Wahlberechtigten sind 39,86 % und damit hat man nicht den gewünschten Rückhalt von mindestens der Hälfte der Bevölkerung.

Bei den weiter zurückgehenden Wahlbeteiligungen kämen dann aber kaum noch Mehrheitsentscheidungen zustande.Also muss man davon ausgehen, dass die Nichtwähler keine Veränderung wünschen und somit eine schweigende Zustimmung bedeuten. Wollte man eine entgegengesetzte Betrachtung wählen, so wäre das für alle in der Politik engagierten, hier vor allem die ehrenamtlichen Mandatsträger, die viel ihrer Freizeit für ihren Ort opfern, genauso frustrierend, wie für einen Koch oder eine Köchin, deren Essen einfach kommentarlos verschlungen wird.

Doch wenn ich bei der Analyse der Wahl im Küchenbereich bleiben darf, so meine ich, dass unsere Bevölkerung gut gesättigt ist und sich weniger dafür interessiert hat, was auf den Tisch kam, sondern mehr darum, welche Personen serviert  haben. Und da ging es überwiegend nach Bekanntheitsgrad. Unter diesem Aspekt hat sich unsere junge Mannschaft, von denen sich viele erstmals auf das politische Parkett gewagt haben, dann aber doch ganz beachtlich geschlagen und eine hervorragende Ausgangsbasis für 2020 geschaffen, wenn sie denn auch bis dahin bei der Stange bleibt, sich in das Ortsgeschehen einbringt und sich in die Ortspolitik einmischt.

Ein Stimmenverlust an die Grünen war von Anfang an klar, allerdings nicht in dieser Höhe. Doch trotz unseres erheblichen Aderlasses an populären Listenkandidaten, meine Person eingeschlossen, hat die CSU auch mit den letztjährigen Erfolgen bei Landtags- und Bundestagswahl im Rücken und mit der Bundestagsabgeordneten in dem früher so schwarzen Goldbach von 37 auf 40 % ganze 3 Prozentpunkte zulegen können. Dafür hat aber auch so mancher  sonst so Christliche mit der Verbreitung von Unwahrheiten und Schmutzeleien, für die die CSU in Bayern ja bekannt ist, seine Seele verkauft. Die CSU wird nun im Marktgemeinderat beweisen müssen, ob sie weiter die eingeschlagene Blockadepolitik fortsetzen will und wo ihre Kompetenzen liegen.

Es wird in Zukunft wieder mehr unsere Aufgabe sein, unsere Erfolge besser zu kommunizieren und die Kompetenzdefizite unserer Mitbewerber darzustellen. Beispiele gibt es genug, man betrachte sich nur einmal das Agieren hinsichtlich des Ausbaus der Österreicher Straße oder zur Sanierung der alten Schule. Rechtswidriges Verhalten, wie das damalige Verlassen der Marktgemeinderatsitzung zeugt vielleicht von Populismus, aber nicht einmal von Basiswissen. Das Abstimmungsverhalten zum Haushalt 2014 war politisch regelrechter Schwachsinn für jemanden, der Kompetenz vorweisen will.

Wir haben aber im Wahlkampf definitiv den verbreiteten negativen Flurfunk nicht registriert bzw. nicht ernst genug genommen und wir haben es nicht geschafft, den Bürgern all die vielen positiven Entwicklungen zu vermitteln. Im Grunde haben wir Goldbach für die Bürger zu schnell entwickelt. Und dennoch sehe ich keine Alternative dazu. So wie uns nach der Fertigstellung der Aschaffenburger Straße die Sympathien entgegen gebracht wurden, werden auch nach einer sichtbaren positiven Veränderung im Ortskern die Grausamkeiten der Bauzeit und die Unsicherheiten vor Veränderungen wieder vergessen sein. Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, in den nächsten drei Jahren Tempo zu machen, um bis zur 800-Jahr-Feier 2018 einen größtenteils sanierten Ortskern vorweisen zu können.

Das Jahr 2014 wird deshalb auch das wohl grausamste Jahr mit den Großbaustellen Sachsenhausen/Altmutterweg  und Unterafferbacher Straße. Gleichzeitig beginnen die Bauarbeiten für das Mehrgenerationenhaus und das Musikprobehaus „Tonwerk“.

Die Vereinslagerhalle ist bereits fertig und ich meine, sie ist gelungen und bringt den Vereinen erhebliche Vorteile. Diese Lagerhalle entstand übrigens auf Antrag unseres Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Albert. Geben Sie diese Info bitte an die Vereine weiter!

Ein wichtiges Thema ist für Familien die Kinderbetreuung. Auf diesem Gebiet kann sich Goldbach rühmen, schon seit 10 Jahren für alle Altersgruppen von 0 – 10 Jahren ausreichend Betreuungsplätze zu familienfreundlichen Preisen anzubieten. Auch für 2014 und 2015 gibt es wieder genügend Kapazitäten.

Natürlich können nicht alle Wünsche eines jeden Bürgers erfüllt werden. Es ist auch nicht Aufgabe der Verwaltung oder der Politik alle Einzelinteressen zu bedienen, sondern das Allgemeinwohl im Blick zu haben und dafür die besten Lösungen zu finden.

Vor allem ist es dann erforderlich eine eingeschlagene Linie konsequent zu verfolgen, sofern sich keine neuen gegenteiligen Erkenntnisse ergeben. Eine Drehofer-Politik, wie wir sie derzeit in Bayern und teilweise auch in Goldbach von der CSU-Fraktion erleben, wird sich auf längere Sicht rächen. Wir müssen berechenbar und verlässlich für den Bürger sein und ihm intensiver, transparenter und verständlicher unsere verfolgten Ziele erläutern. Wenn wir das dann auch in kürzeren einprägsamen Schlagworten schaffen, haben wir das geeignete Gegenmittel zu Schwarzmalerei, Gerüchtestreuung und Tatsachenverfälschung. Damit müssen wir heute schon anfangen, denn nach der Wahl ist vor der Wahl. Worauf warten wir noch“?<<

Seine Ausführungen wurden mit anhaltendem Beifall bedacht.

Im Anschluss bekam die Versammlung von unserer Schatzmeisterin Alexandra Fuchs einen detaillierten Bericht über die wirtschaftliche Lage des Vereins. Unsere Haupteinnahmen setzen sich aus den Aufwandsentschädigungen unserer Marktgemeinderäte, Spenden und Mitgliedsbeiträgen zusammen. Die Ausgaben hielten sich im Rahmen, so dass ein einträglicher Überschuss zu verbuchen war. Für unsere kommenden Aktivitäten, so Fuchs weiter, sind wir finanziell gut aufgestellt.

Die Revisoren Herbert Bauer und Thomas Michenfelder bescheinigten unserer Schatzmeisterin eine einwandfreie, transparente und nachvollziehbare Kassenführung, so dass nach der Aussprache der kompletten Vorstandschaft einstimmig Entlastung erteilt werden konnte.

In dem Punkt Aussprache ergriff Peter Zobel das Wort. Nachdem er einige Statistiken zum Ausgang der Wahl ausgearbeitet hat, möchte er ergänzend zu den Ausführungen von Bürgermeister Thomas Krimm einige Anmerkungen anführen. Wir dürfen, so Zobel weiter, nicht vergessen, dass wir mit dem Ausscheiden von 6 potenziellen Kandidaten/in den Verlust von mehr als 15.000 Stimmen, nicht die Stimmen von Thomas Krimm in Höhe von über 6.500 aus der Wahl 2008 mit eingerechnet, zu verkraften hatten. Ein unmögliches Unterfangen. Von 12 Stimmbezirken haben wir mit unserer jungen und agilen Mannschaft 9 gewonnen. Nur Unterafferbach und die Stimmbezirke Grund- und Hauptschule mussten wir mit geringen Verlusten abgeben. Das war ja noch kein Beinbruch. Was so bestürzend festzustellen ist, dass wir keinen einzigen der sechs Briefwahlbezirke für uns gewinnen konnten. Nach Beendigung und Ausarbeitung der Statistiken, sollten wir  mit unseren Kandidaten/innen in einer gesonderten Zusammenkunft die Wahl nochmals auf- bzw. abarbeiten.

In einer weiteren Wortmeldung wollte man den Kostenaufwand der Wahl wissen. Schatzmeisterin Alexandra Fuchs konnte hierzu noch keine detaillierte Auskunft geben, da noch einige Rechnungen ausstehen. Vorab festzustellen sei, dass die Ausgaben gegenüber 2008 etwa 25 % geringer ausfallen werde.

Einen zeitlich längeren Passus nahm nun der Tagesordnungspunkt „Satzungsneufassung“ in Anspruch. 1. Vorsitzender Martin Giegerich erklärte kurz die Rechtslage, die fehlgeschlagene Satzungsänderung des letzten Jahres und den Grund, dass wir diesen Tagesordnungspunkt nochmals zu behandeln habe.  Nun stellte er die Änderungen Wort für Wort mit den entsprechenden Begründungen vor und forderte die Mitglieder zum Schluss auf, per Akklamation abzustimmen. Einstimmig wurde die Satzungsneufassung von dem Mitgliedern angenommen.

Nachdem diese zeitintensive Prozedur abgeschlossen war, rief unser 1. Vorsitzender den Tagesordnungspunkt „Verschiedenes, Wünsche und Anträge" auf. So gab Schriftführerin Cindy Reißing der Versammlung die im laufenden Jahr stattfindenden Vereinsaktivitäten bekannt:

Am 12. April findet unser Kaffeeklatsch im Seniorenheim statt, am 10. Mai unser Flohmarkt und am 18. Mai beteiligen wir uns am Familientag. Der Termin für unser Sommerfest steht leider noch nicht fest. Für Sonntag, 7. September  ist wieder mit Peter Zobel eine Radltour geplant. Diem letztjährige ist leider dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen und am Samstag, den 29. November veranstalten wir wie jedes Jahr  unseren größten Event  mit „Goldbach glänzt“.

Eine altbekannte Redewendung hat für mich eine neue Bedeutung erlangt: „Die Qual der Wahl“. Mit diesen Worten begann 1. Vorsitzender Martin Giegerich seine nachstehenden Schlussworte:

>> Dass sich etwas verändern würde, hat mich nicht überrascht. Sei es, dass nur noch 20 Sitze zu vergeben waren, sei es das veränderte mathematische Auszählverfahren, all das haben wir schon lange vorher gewusst. Auch das Ausscheiden mehrerer in Goldbach sehr gut etablierten FWG-Marktgemeinderäten/in war schon ein halbes Jahr vor der Wahl bekannt. Dass die „Grünen“ zwei Sitze erreichen würden, war schon erstaunlich. Ernüchternd war auch die geringe Wahlbeteiligung. Ehrlichkeit wurde nicht gewürdigt, aber Stimmenfang. Dass unser größter Wettbewerber zur größten Fraktion wurde hat mich sehr getroffen. Damit habe ich nicht gerechnet.

Genug mit der Schwarzmalerei! Es ist uns gelungen, viele liebe Menschen nicht nur als engagierte Kandidaten/innen, sondern auch als aktive Vereinsmitglieder zu gewinnen. Zusammen mit Thomas und den Marktgemeinderäten/innen die sich zur Wiederwahl stellten, sind wir alle als ein Team aufgetreten, haben alles gegeben und für einen Sieg gekämpft. Allen vielen Dank für ihren Einsatz. Herzlichen Dank auch an die Mitglieder der Vorstandschaft, die zwar nicht im Vordergrund standen, deren Arbeit und Engagement aber genauso wichtig war. Einen besonderen Dank möchte ich Alexandra für ihre Kreativität und ihr besonderes Engagement aussprechen und mich mit einem Kuvert und einem Blumenstrauß bei ihr bedanken.

Eine wesentliche Aufgabe für uns wird es sein, unsere neuen Kandidaten auch die nächsten sechs Jahre aktiv ins Vereinsleben einzubinden. Sie werden bei der Kommunalwahl 2020 eine bessere Chance haben, wenn es ihnen gelingt sich der Bevölkerung bekannter zu machen. <<